Offen für alle!
Sich verirren, sich verrennen in der Freiheit, aus dem Gesicherten ausbrechen, im Gesicherten eingesperrt sein – die Festung Franzensfeste ist mit ihren schweren Mauern, unterirdischen Gängen, Schießscharten und Ausblickluken eine Wunschkulisse für das Thema der Landesausstellung 2009. „Labyrinth::Freiheit“ ist hier bei jedem Schritt spürbar, die Festung selbst – erbaut „für einen Feind, der nie kam“ (Josef Rohrer) – erzählt die Geschichte der Tiroler Verteidigungskultur, die lange vor 1809 beginnt und lange vor 2009 ihre inneren Brüche zeigt. „Labyrinth::Freiheit“ ist keine Ausstellung, die sich dem Gedenken an die Tiroler Freiheitskämpfe von 1809 verpflichtet, sondern spürt dem Freiheitsmythos in zeitlich und thematisch oszillierender Freiheit nach.
Freiheit ist historisch, aber auch zeitlos, flüchtig, aber auch gegenwärtig, mag die Freiheit eines Landes sein, aber auch die Freiheit des Einzelnen. Anstelle einer großen Geschichte werden Geschichten erzählt, in einem freien Zusammenspiel von historischer Dokumentation, menschlicher Erzählung, künstlerischem Einspruch. Die Landesausstellung 2009 will nicht erzählen oder dokumentieren, was Freiheit ist, wohl aber zum Denken anregen, wo Freiheit beginnt, wo sie aufhört, wo Freiheit Unfreiheit und Unfreiheit womöglich sogar Freiheit sein kann – eine Ausstellung, in der man sich verlieren oder finden kann.













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